Archiv der Kategorie: Saitenwind

Musik :) Und die Liebe dazu

Saitenwind – Alles auf Anfang Teil 9

„War klar, dass heute niemand anzutreffen war. Sonntag, wie konnten wir nur glauben, dass irgendjemand…“
„Manu, komm runter. Dann warten wir eben bis morgen und dann findet sich schon ein Raum, wo wir proben können.“
„Ist ja gut.“ Er blieb im Treppenhaus vor der Tür zu den Mädchenzimmern stehen. „Ich möchte mal kurz nach Yuma sehen. Gestern kein Abendessen, heute kein Frühstück und jetzt war sie auch wieder nicht da.“
„Ja, das ist wirklich lang. Vielleicht braucht sie Hilfe.“
Auf dem Gang herrschte Totenstille. Das Wetter war gut und das Freibad hatte deswegen noch eine Woche länger offen, als geplant. Die meisten Schüler hatten das nutzen wollen. Sammy hatte sich fest vorgenommen, vor der nächsten Saison endlich schwimmen zu lernen, damit er keine Ausreden mehr suchen musste, warum ein Besuch im Freibad gerade nicht ging.
Manuel klopfte an Yumas Tür. Keine Antwort. Er klopfte noch einmal. Wieder nichts. Weiterlesen

Werbeanzeigen

Saitenwind – Alles auf Anfang 8

„Hat Yuma irgendwas zu dir gesagt, dass sie nicht zum Essen kommt?“, fragte Sammy, als er schon 10 Minuten mit Manuel vor der Mensa gewartet hatte und sie sich dann entschieden hatten schon zu essen.
„Wir waren den ganzen Tag zusammen, wann soll sie mir das denn gesagt haben?“
„Na gestern.“ Sammy reichte Manuel ein Tablett. „Ihr wart ziemlich lange weg.“
„Ach…“ Manuel lächelte verlegen. „Wir haben… Was schaust du mich so an?“
„Du wirst rot.“
Er fasste sich an die Wange. Verdammt sie war so warm, wie er es schon vorher gespürt hatte. „Ich mag sie.“
„Das merkt man.“
„Wirklich?“
Sammy nickte darauf nur.
„Woran denn?“
In aller Ruhe nahm Sammy sich zwei Brote aus dem Korb und genoss es Manuel etwas auf die Folter zu spannen.
„Mensch nun sag doch was.“
„Kein Brot?“ Sammy zeigte auf den Korb und ging ein paar Schritte weiter zum Aufschnitt.
Toll dass sein Kumpel langsam auftaute und auch mal für Blödsinn zu haben war, aber so hatte Manuel sich das nicht vorgestellt. Er schnappte sich eine Scheibe und folgte seinem Mitbewohner.
„Jetzt sag endlich was.“
„Seit zwei Wochen schaust du sie mit Begeisterung an, bei den Proben klebt dein Blick an ihr.“
„Das muss ich, damit…“, versuchte Manuel, sich herauszureden, als er sich ertappt fühlte. Doch Sammy hob den Zeigefinger. „Du sprichst auch ständig von ihr.“
Manuel gab nach. „Gut ja, ich mag sie ein bisschen mehr.“
„Verliebt?“
„Vielleicht.“ Manuel hatte sich das verliebt sein etwas anders vorgestellt. Wie ein Blitz oder so. Nicht so langsam.
„Entschuldigung?“ Lea kam zu den beiden an den Tisch.
„Ja?“
„Yuma hat gesagt, dass ich euch ausrichten soll, dass es ihr nicht gut geht und deswegen nicht essen mag.“
„Oh, das ist blöd. Danke,“ sagte Sammy.
„Was hat sie denn?“, wollte Manuel wissen.
„Irgendwas am Magen.“
„Da würde ich auch nicht essen wollen. Hoffentlich geht es ihr morgen wieder gut, wenn wir proben.“
Lea sah Sammy entgeistert an. „Proben? Im Keller?“
„Klar wo denn sonst?“
„Habt ihr es noch nicht gehört? Im Keller ist ein Rohrbruch, da kann erst mal keiner rein.“
Das war den beiden wirklich neu und die Proben hatten sich damit auch für die nächste Zeit erledigt, außer sie fanden zur Überbrückung einen anderen Raum.
„Wie blöd,“ murmelte Sammy, als Lea wieder zu ihren Freundinnen gegangen war.
„Ja. Es lief gerade so gut.“

Auf dem Boden hatte sich ein Wasserfilm gebildet. Yuma nutzte ihren Finger wie den Ölstab bei einem Auto, um immer wieder zu testen, wie schnell es stieg. Obwohl sie sich fragte, wie viel Sinn es machte, wenn das Zeitgefühl einen schon verlassen hatte. Sie konnte nicht sagen, wie lange sie schon hier war und langsam verstand sie, warum man Menschen auf diese Weise foltern konnte.
Sie glaubte, hin und wieder etwas in der Dunkelheit zu sehen. Sofort sagte sie sich dann, dass es nicht möglich war.
Von wegen Religion gibt mir halt. Hier drin ist es die reine Physik, die mich ruhig hält. Auch wenn es nicht schlecht wäre sich mit jemanden zu unterhalten.
Sie faltete die Hände.
Hallo, ich weiß, dass das jetzt nicht ganz die Ansprache ist, die du erwarten magst, aber ich denke, du bist mit der Zeit gegangen. Nicht wie mein Vater und seine Freunde. Wahrscheinlich würdest du denen auch erzählen, dass man so nicht mit Menschen umgehen kann.
Yuma hielt kurz den Finger ins Wasser. Es reichte jetzt über ihren Nagel, fast bis zum Gelenk.
Weißt du, ich bin jetzt gerade in einer etwas blöden Situation. Ich weiß, dass Rachegedanken nicht das sind, was du gut findest. Trotzdem würde ich Lea gerne einen Tritt verpassen, dass sie bis zum Mond fliegt.
Dieses verdammte Plätschern fing an zu Nerven. Es erinnerte sie an den Wasserhahn bei ihrer Oma, der seit mindestens 10 Jahren tropfte. Um das Wasser nicht zu verschwenden, fing ihre Oma es auf und goss damit die Blumen. Einen Handwerker zu rufen, fiel ihr nicht ein.
Du, ich weiß ja nicht wie gläubig Manu und Sam sind, aber ich würde es gut finden, wenn du ihnen einen kleinen Hinweis geben könntest, dass ich hier bin.
Das reichte Yuma. Sie fing schon wieder an etwas zu sehen, was dort nicht sein konnte.
„In diesem Raum ist kein Licht. Ohne Licht kann ich nichts sehen. Das geht nicht. Ich kann nur Dinge sehen, auf die auch Licht fällt. Sorry Gott.“ Sie richtete ihren Blick kurz nach oben. „Ich kann das hier nur mit knallharter Physik durchstehen, aber da du das alles hier geschaffen hast, wird das schon passen.“
Yuma musste lachen. „Also wenn man es so betrachtet, bist du ein verdammt genialer Wissenschaftler gewesen.“

Saitenwind – Alles auf Anfang 7

„Du weißt aber, dass du nur drei Bücher ausleihen darfst?“, fragte Nick, der gerade Bibliotheksdienst hatte. Da kein Lehrer mehr die Zeit dafür hatte, die Ausleihe zu machen, war dies ganz von den Schülern aus dem Internat organisiert worden.
„Ja, aber ich dachte, man könnte außerhalb der Prüfungszeiten eine kleine Ausnahme machen.“ Yuma versuchte es mit einem Lächeln und dem Anflug eines Dackelblickes. Weiterlesen