CampNaNoWriMo April 2019 – Tag 13+14

Hallo zusammen,

entschuldigt, dass gestern nichts kam. Ich habe zwar etwa 650 Wörter geschrieben, aber das Ganze mit Augen auf Halbmast, weil es mir absolut nicht gut ging. Deswegen bekommt ihr heute die Wörter von beiden Tagen. Ich quäle mich aktuell sehr durch den Text. Ein rewrite ist es schon lange nicht mehr, da meine Charaktere sich entschlossen haben, den ganzen Plot umzuwerfen. Gut, kann ich mit leben. Aber es wäre schön, wenn ich die Worte etwas schneller schreiben könnte. Wenn ich daran denke, wie gut das am Ende vom NaNoWriMo ging. Ich hatte wirklich gehofft, dass ich wieder dahin komme.

Nun gut, ich wünsche euch viel Spaß damit. Ach ja, ich habe beschlossen den Text jetzt erst einmal so zu schreiben, wie ich denke, dass es damals gewesen sein kann und mich erst bei der Überarbeitung daran mache, alles so weit historisch korrekt zu machen.

Linn erwachte mit den ersten Sonnenstrahlen, die durch die Nadeln der Tannen auf den Boden fielen. Ihr Rücken schmerzte und ihre Hüfte fühlte sich an, als hätte sie die ganze Nacht auf einem Stein geschlafen. Bei näherem Betrachten des Untergrundes hatte sie das auch. Der einzige Stein, der zwischen dem weichen Waldboden herauskam. Linn streckte sich und in ihrem Rücken knackte es erleichternd.
Sie sah sich um. Hinter ihr war die kleine Felsformation, der sie auch vor dem Wind geschützt hatte. Vor ihr lag der Wald und weit und breit konnte sie nichts außer Bäumen sehen. Ein Vogel hüpfte über den Boden und suchte nach Würmern. Nicht weit entfernt, war ein Ameisenhaufen und Linn war froh, sich in der Dunkelheit nicht dort hinein gelegt hatte.
Sie schloss die Augen und konzentrierte sich nur auf das, was sie hörte. Linn hoffte, das Rauschen des Flusses zu hören, aber zwischen dem Wind, der durch die Bäume ging, ein paar Vögel und Geraschel im Unterholz war nichts zu hören.
Ich bin nicht über den Fluss, als kann ich nicht so sehr im Kreis gelaufen sein. Sie entschied sich ihren Plan aus der Nacht wieder aufzunehmen und in die Richtung zurückzugehen, woher sie kam. Solange bis sie an den Fluss kam und dann dort entlang. Im Zweifelsfall bis zur Mündung und dann wieder zur Quelle hin, bis sie zu ihrem Dorf kam.
Auf ihrem Weg fand sie ein paar Beeren, wo sie gerne zugriff und auch einen Tümpel aus dem sie trinken konnte.
„Was soll ich ihnen sagen, wo ich war? Wie soll ich ihnen Alrics Plan erklären und was sollen wir dagegen machen? Werden sie mir überhaupt glauben?“ Linn senkte den Kopf und blieb stehen. Bitter sah sie auf ihre Fußspitzen. Sie war die Eine, die alle kannten, weil sie die Regeln brach und die Grenzen austestete. Als Kind hatte man es noch darauf geschoben und alle waren sich sicher, dass sie sich schon irgendwann von alleine anpassen würde. Je älter sie wurde, desto mehr schwand die Hoffnung ihrer Eltern und der Ton war rauer geworden. Frauen hatten sich um das Haus und die Feldarbeit zu kümmern. Um die Tiere. Um die Kinder. Sie hatten sich entsprechend zu kleiden, nur fand Linn die Kleider unpraktisch und hatte sich schon früh die Hosen ihrer Brüder von der Wäscheleine geholt. Solange sie ihre Arbeit erledigte, wurde es inzwischen geduldet, wenn auch nicht anerkannt.
„Werden sie mir überhaupt glauben, dass ich auf Keldan gestoßen bin? Jeder weiß von dem Volk, das über das Meer gekommen war und dann verschwand.“ Resigniert ließ sie sich zu Boden fallen. „Sie werden nachsehen wollen und dann sind sie die Nächsten, die Alrics Männer fangen werden.“ Linn seufzte. „Wenn sie nicht nur denken, es sei eine Ausrede dafür gewesen, dass ich zwei Tage verschwunden bin.“
Sie zeichnete Kreise mit ihrem Finger in den Boden. „Was sollen wir auch tun? Wir sind keine Kämpfer. Wir waren schon immer friedlich und unsere Wachen sind mehr dafür zuständig, dass wir früh genug merken, wenn jemand auf unser Dorf zukommt. Aufhalten können die niemanden und schon gar nicht Alric.“
Linn stand auf. Es brachte nichts, hier zu sitzen und in Grübellein zu verfallen. Wozu sie leider neigte und damit auch nicht oft auf Gegenliebe stieß. Sie dachte zu viel. Sie dachte um Ecken. Das war nicht gewünscht.
„Ich muss zurück. Ich muss zumindest versuchen sie zu warnen.“

Keldan wachte von einem Schmerz in seiner Schulter auf. Irgendwann hatte er sich in der Nacht auf die rechte Seite gelegt, was ihm seit seiner Verletzung nur passierte, wenn er wirklich sehr fest schlief. So verwirrend seine Träume gewesen waren, konnte er sich kaum vorstellen in einem tiefen Schlaf gewesen zu sein.
„Keldan?“ Er donnerte an seiner Tür, dass Kvikur vor Schreck einen Schritt zurückging und seinen Eimer mit Wasser umwarf.
„Eric?“ Keldan stand auf. Sein Kreislauf war noch nicht wach. Er taumelte und griff zweimal neben den Griff, bevor es ihm gelang, die Tür zu öffnen. „Was ist denn?“
„Wo ist Linn?“
„Komm rein.“ Hinter seinem Freund schloss er sofort die Tür. „Linn ist gestern weggelaufen. In Panik und ich weiß nicht, warum.“
Eric zog eine seiner dicken Augenbrauen hoch. „Was hast du ihr erzählt? Linn ist kein Mädchen, das einfach so wegrennt.“
„Sie fragte, was ihr Volk hätte, was Alric nicht schon hat.“
„Und was hast ihr gesagt?“
„Frauen.“
Eric senkte den Kopf. „Und dann ist sie weggerannt?“
„Ja.“
„Du bist naiv. Da muss ich deinem Vater recht geben. Leider. Was glaubst du, ging in dem Moment in ihr vor? Sie hat dir sowieso misstraut und du kannst es ihr nicht verübeln. Meinst du, es war schlau, zu sagen, dass Alric darüber nachdenkt sich Frauen aus ihrem Volk zu rauben?“
Erics Worte schmerzten mehr als der Schlag seines Vaters. Sein Freund hatte recht. Nur hatte er in dem Moment überhaupt nicht darüber nachgedacht, was er sagte. Er hatte ehrlich zu ihr sein wollen und ihre Frage beantworten. An mögliche Folgen hatte er daran nicht gedacht.
„Du hast kein Händchen bei Frauen, Keldan. Das wird wohl immer so bleiben.“
„Bist du nur deswegen hergekommen, um mir etwas zu sagen, was ich sowieso schon weiß?“ Er wollte ablenken, damit nicht wieder jemand in der Wunde rum bohrte, die sich so schwer verschloss.
„Nein.“ Erics Mimik wurde ernst. Nicht der Ernst, der für Keldan der erhobene Zeigefinger war. Es war der Ernst, der ihm schon vor dem ersten Wort sagte, dass der Wald brannte. „Alric lässt nach Linn suchen und diesmal wird es keine Gnade für sie geben.“
Keldan sprang auf und griff nach seinem Schwert. Es war seine Schuld, dass sie jetzt dieser Gefahr ausgesetzt war.
„Was hast du jetzt vor?“
„Was glaubst du wohl?“ Er trenste Kvikur auf und legte ihm den Sattel auf den Rücken. „Ich werde sie suchen.“ Aus einer Kiste holte er eine Armbrust heraus und schnallte sich einen Gürtel mit einer Tasche für die Bolzen um.
„Und dann? Was hast du dann vor? Du kannst sie nicht wieder hierher bringen.“
„Darüber mache ich mir dann Gedanken.“

Linn setzte sich unter einen Baum und legte den Hinterkopf an den Stamm. Sie wusste nicht, wie lange sie schon unterwegs war. Ein paar Beeren sorgten zumindest dafür, dass ihr Magen nicht schon von Hunger krampfte.
Wie weit bin ich eigentlich gerannt? Ich wusste, dass meine Ausdauer gut ist, aber ich hatte nicht erwartet, dass sie so gut ist. Zumindest bin ich nicht im Kreis gerannt.
Müdigkeit überkam sie. Die Nacht war nicht erholsam gewesen. Ihre Knochen taten ihr immer noch weh. Gut, kurz die Augen zumachen und dann gehe ich weiter.
Sie lauschte den Vögeln in den Büschen. Sie sangen und suchten nach einem Partner. Linn hatte die Hoffnung darauf schon aufgegeben. Es war üblich, dass die Väter die Partner aussuchten und Heirat aus Liebe war eher die Ausnahme als die Regel. Beides würde Linn wohl verschlossen bleiben. Die Männer hatten an ihr kein Interesse, weil sie sich nicht so einfügte, wie man es sich wünschte und genau das würde auch die Vermittlung schwer machen.
Etwas knackte. Sie öffnete die Augen. Ein Reh kam aus dem Gebüsch und starrte sie erschrocken an. Der Wind kam ihr entgegen und wahrscheinlich hatte das Tier nicht erwartet, auf jemanden zu treffen.
„Keine Angst, ich tue dir nichts“, sagte Linn. Das Reh beruhigte das nicht und es ergriff die Flucht.
Sie lehnte sich wieder zurück. Noch ein wenig ausruhen, dann würde es weitergehen.
Es dauerte nicht lange, bis ihr Kopf zur Seite kippte und sie einschlief. Nicht das, was sie gewollte hatte, nur war die Müdigkeit stärker gewesen.
Die Sonne wanderte den Himmel herauf und ließ ihre Strahlen in Linns Gesicht fallen. Sie hatte den Morgen immer ein wenig gefroren, die Wärme der Sonne umarmte sie wie eine Decke und ließ sie noch tiefer in den Schlaf fallen.
Ein plötzlicher Schatten erweckte dann auch im Schlaf ihre Aufmerksamkeit. Der Schatten fiel nur auf ihr Gesicht, während ihre Arme weiter in der Sonne waren, was gegen eine Wolke sprach. Sie öffnete die Augen und alle Müdigkeit war mit einem Schlag verschwunden. Ein kräftiger Mann stand grinsend vor ihr.
„Das war ja nicht schwer, dich zu finden.“ Er zog sein Schwert. „Alric will, dass ich deinen Kopf mit zurückbringe. Ich werde ihm den Gefallen tun.“

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