Schreibsonntag: Wie ich arbeite

Ich schreibe jetzt seit 15 Jahren, mal mehr, mal weniger ausdauernd. Je nachdem wie es meine Zeit und auch die Kreativität erlaubt. Denn, seien wir mal ehrlich, manchmal habe ich einfach keinen Antrieb zum Schreiben. Trotzdem hat sich in der Zeit eine Methode herauskristallisiert, mit der ich gut klarkommen. Auch wenn ich es immer mal wieder anders versucht habe, komme ich jedes Mal zurück.

Schritt 1 – Das Vorschreiben

Ich schreibe am liebsten alles handschriftlich vor. So bin ich weder darauf angewiesen meinen Laptop mit mir herumzuschleppen noch brauche ich lange, um einsatzbereit zu sein. Ich bevorzuge A5 Papier, da solche Ringblöcke in fast jede Tasche passen. Auf diese Weise kann ich meinen Gedanken freien Lauf lassen. In dieser Phase kümmere ich mich auch noch nicht darum, ob es etwas wirklich gut formuliert ist. Es geht mir nur darum die Geschichte voran zu treiben.

Schritt 2- Das Abtippen

Wenn ich eine größere Menge an Kapiteln angesammelt habe, fange ich an abzutippen. Dabei kommt es auch gleich zur ersten Überarbeitung. Sätze werden besser ausformuliert, unlogische Dinge im Plot werden geändert ect. Von dem, was ich auf dem Papier habe, kommen ca. 20-30% auch so in den PC.

Schritt 3 – Das Sichten

Sobald alles Vorgeschriebene im PC ist, fange ich an die Kapitel zu sichten. Dafür liebe ich mein Papyrus Autor, da ich hier die Möglichkeit habe für jedes Kapitel Notizen, To Do Listen, Anmerkungen und den Status einzutragen. In dieser Phase verändere ich noch nichts, sondern mache nur Anmerkungen. Ich möchte wissen, wob es inhaltlich schlüssig ist. Dabei entstehen dann auch so sinnvolle Kommentare wie: Nein, Hä, Nicht so, Was wollte ich damit sagen? Anders schreiben. In meine To do Listen trage ich dann ein, was am Kapitel noch gemacht werden muss. Z.B.:

  • Gespräch Seite XX ausbauen
  • XX mehr erklären
  • überlegen ob XX wirklich gebraucht wird
  • Besserer Überleitung von A nach B

Schritt 4 – Das inhaltliche Überarbeiten 

Ich fange an mich nur auf den Inhalt zu konzentrieren. Das Ziel ist es, dass die Szenen nachher logisch zusammenpassen und sich flüssig lesen lassen.

Schritt 5 – Der letzte Feinschliff

Jetzt kommt mein Papyrus Autor richtig in Schwung. Ich nutze sämtliche Korrekturfunktionen. Dabei geht es jetzt nur noch um die Formulierung. Füllwörter werden gestrichen, Adjektive rausgeworfen, die nicht gebraucht werden, die Länge der Sätze kontrolliert und wie gut das ganze lesbar ist. Ich lese mir dazu die Sätze z.B. mit und ohne Füllwörter zu und entscheide dann, ob es an dieser Stelle notwendig ist oder es weg kann.

Schritt 6 – Letztes Lesen

Am Ende lese ich noch einmal alles durch, so wie ein Leser das auch tun würde. Ich hoffe dabei natürlich, jetzt nur noch Kleinigkeiten zu finden, die ausgebessert werden müssen.

Bild: pixabay pixel2013

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