Themenmonat Nocturnus: Magie in Nocturnus

Tief in meinem Inneren bin ich Wissenschaftlerin und wollte immer wissen, wie etwas funktioniert. Schon als Kind. Was liegt da also näher, als zu versuchen Magie wissenschaftlich zu erklären? Nehmt den folgenden Artikel nicht ganz so Ernst und lest ihn bitte mit etwas Humor.

Was also ist Magie?

Magie sind Partikel, die um uns herum sind. Schließlich besteht ja alles aus Atomen, die man nur in einer bestimmten Menge zusammenmischen muss und zack hat man den gewünschten Gegenstand. (Mir ist bewusst, dass das jetzt sehr vereinfacht gedacht ist.)
Magie sind also Partikel. Sie schweben um uns herum und man kann lernen sie zu spüren und sie zu binden, sie zu formen. Die ersten Übungen, die in meiner Welt gemacht werden, ist sie glühen zu lassen. Das ist die einfachste Form sie sichtbar zu machen.
Wichtig dabei ist eine gute Vorstellungskraft. Man muss genau wissen, in was man die Partikel formen möchte. Was ich allerdings nicht schreibe: Irgendetwas her zaubern. Sicher, es würde gehen, aber irgendwie widerstrebt es mir, es sich so einfach zu machen 😉
Das war jetzt nur kurz, aber ich möchte besonders Band 4 nicht so viel vorwegnehmen, denn dort geht es viel um Magie.

Und Dimensionen?

Andere Dimensionen sind andere Planeten und die Portale dorthin sind per Magie erschaffene Wurmlöcher. Verzeiht mir, ich bin ein alter Star Trek und Astronomie Fan. Aber hey, warum sollte es nicht so sein?
Ich liebe es, mir Planeten auszudenken und dabei zu versuchen sie nah an der Realität zu lassen.

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Saitenwind – Alles auf Anfang

„Sam?“
Es war fast Mitternacht, als Manuel hörte, dass Sammy sich schon wieder im Bett herumwälzte.
„Ja?“
„Was ist los?“
„Nichts, ich kann nur nicht schlafen.“
Das hatte Manuel auch schon gemerkt. Er drehte sich so, dass er zu Sammys Bett sehen konnte. „Was hat Aumann eigentlich mit dem Wunderknaben gemeint?“ Das hatte er Sammy schon den ganzen Tag fragen wollen, aber nicht die Gelegenheit dafür bekommen. Er konnte erkennen, dass sein Mitbewohner sich auf den Rücken drehte und die Decke anstarrte. Dann schwieg er eisern. Da habe ich wohl einen wunden Punkt getroffen.
Nach einer gefühlten Ewigkeit, in der Manuel sich damit abgefunden hatte, keine Antwort mehr zu bekommen, rang Sammy sich doch ein paar Worte ab. „Ich bin hochbegabt, wahrscheinlich deswegen.“
„Verstehe.“ Ein wenig hatte Manuel sich das schon gedacht, nachdem er in allen Test mit voller Punktzahl abgeschlossen hatte. „Wie ist das so?“

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Saitenwind – Alles auf Anfang

Vorwort:

Hallo zusammen,

dies ist nun erst einmal der letzte Teil der Saitenwind Reihe. Es wird danach noch weitergehen, aber ich möchte keine zeitliche Angabe machen, wann es weitergeht. Ich hoffe noch in diesem Jahr. Versprechen kann ich aber nichts.

Kapitel 1

„Ach Mist, ich bin zu sehr an eine E-Gitarre gewöhnt.“ Sammy schüttelte den Kopf und gab Manuel seine Gitarre zurück. „Das Griffbrett ist einfach zu breit.“
„Das ist nur eine Sache der Gewöhnung.“
„Ja, wahrscheinlich.“ Er lehnte sich an den Baum und sah in das dichte Blätterdach hinauf. „Aber nächste Woche kommt endlich mein Bruder und dann habe ich meine Eigene wieder.“
Ich bin ja echt gespannt auf diesen Kerl, immer wenn Sam von ihm spricht, kommt er aus sich raus.
Die Glocke läutete.
„Ich bringe noch die Gitarre weg.“
„Ich komme mit.“
„An die lange Mittagspause muss ich mich echt gewöhnen.“ Manuel legte die Gitarre in die Tasche und hängte sie sich über die Schulter. „Und daran, dass wir ewig Unterricht haben.“
„Eigentlich ist es nur eine Ganztagsschule.“
Manuel grinste. „Das haben Internate meist so an sich.“
„Ab Montag kommen dann auch die Schüler von den Dörfern dazu.“
„Hörst dich nicht so begeistert an.“
„Naja, ich verstehe nur nicht, warum wir erst eine Woche nur unter uns sind und dann erst die Anderen dazu kommen.“
„Wahrscheinlich, weil das Schuljahr hier erst eine Woche später anfängt und das Internat ab September bezahlt werden muss.“
„Oh, ja kann sein.“
Die beiden betraten die Eingangshalle des Backsteingebäudes. Einst war es ein Hotel gewesen, als die Gäste weniger wurden, hatte es viele Jahre leergestanden, bis es schließlich zu einem Internat umgebaut wurde. In der Lobby konnte man noch einen Hauch der ehemaligen High Society Besucher spüren. Die Ziersäulen aus künstlichen Marmor hatte man stehengelassen und auch die mit dunklem Holz verkleidete Anmeldung. Jetzt diente sie als Kiosk für die Schüler und als Postabgabe. Auch wenn Letzteres in Zeiten von Email und WhatsApp immer mehr an Bedeutung verlor.
„Wann will dein Bruder eigentlich hier sein?“
Sammy zuckte mit den Schultern. „Je nachdem wie er durchkommt und er weiß auch nicht, ob sie am Abend noch einen Auftritt haben. Dann würde er erst am nächsten Tag kommen.“
„Eine Underground Band hat es auch nicht leicht, oder?“
„Nein.“ Sammy lächelte kurz. Ein sehnsüchtiges Lächeln, dass er nur zeigte, wenn es irgendetwas mit Musik zutun hatte oder mit seinem Bruder. „Manchmal bekommen sie erst einen Tag vorher gesagt, ob sie einen Auftritt haben. Das wirft dann schon mal den ganzen Plan durcheinander.“ Er öffnete die Tür zum Zimmer der Beiden. „Aber ich habe da Verständnis.“
Manuel legte die Gitarre unter das Bett. „Klar. Sag mal, hast du überhaupt einen Verstärker?“
„Francis bringt mir einen Ausgedienten von der Band mit.“
„Vielleicht dürfen wir ja mal den Proberaum vom Internat benutzen und was zusammen spielen.“
„Gerne.“
Die Glocke läutete ein zweites Mal. Schnell packten die Jungs ihre Rucksäcke. Sie hätten genau jetzt im Klassenzimmer sein sollen.

Ist das herrlich! Yuma lehnte sich auf Stuhl zurück. Internet wann immer ich mag. Sie setzte Kopfhörer ab, die an jedem PC der Schule hingen und rieb sich die Augen. Da sie nie viel am Computer hatte arbeiten können und ihre Familie auch keinen Fernseher besessen hatte, waren es ihre Augen nicht gewöhnt, länger am Bildschirm zu arbeiten.
Sie stand auf und verließ den Computerraum. Yuma ging die langen Gänge entlang, die meisten Unterrichtsräume waren noch abgeschlossen.
Ich bin gespannt, wie die Schüler von außerhalb sind, dachte Yuma. Als sie an einem Raum vorbeikam, dessen Tür halb offen stand, blieb sie stehen.
Ein Klavier.
Sie schob die Tür noch etwas weiter auf. Außer dem Instrument standen nur noch ein paar Stühle und ein einsamer Tisch darin. Gibt es hier etwa Klavierunterricht? Es kribbelte in ihren Fingern. Der Flügel schien sie magisch anzuziehen. Nur einmal ganz kurz darauf spielen wäre sicher in Ordnung. Zwar hatte sie ihr Keyboard mitgenommen, aber es war einfach nicht das Gleiche.
Sie stellte ihre Tasche ab und setzte sich auf den kleinen Hocker. Ihr Herz schlug schneller vor Vorfreude, als sie die Abdeckung für die Tasten hochschob. Yuma war sich nicht sicher, ob es die Angst war, etwas Verbotenes zu tun, oder die Aufregungen, die sie nur vorsichtig die ersten Töne spielen ließ.
Ein schöner Klang.
Sie schloss die Augen. Nora hatte ihr zum Abschied ein paar Notenblätter mitgegeben, mit denen Yuma auch schon fleißig geübt hatte und einen Teil bereits auswendig spielen konnte.

But she said, where`d you wanna go
How much you wanna risk
I`m not looking for somebody
With some superhuman gifts

Yuma hörte neben ihrem Gesang noch eine andere Stimme. Sie war angenehm tief, ein wenig rauchig, aber dabei sehr warm. Es passte zu Ihrer und sie hatte das Phänomen schon oft beim Singen gehabt. Ihr Kopf hatte Spaß daran ihr einen Partner zur Verfügung zu stellen und Yuma ließ ihn gerne gewähren.

Some superhero
Some fairytale Bliss
Just something I Can turn to
Somebody I Can kiss

Hier endete der Teil, den sie blind spielen konnte, doch als der letzte Ton noch nicht verklungen war, sang die Stimme noch eine Zeile weiter.

I Want something just like this

Yuma schreckte zusammen und drehte sich zur Tür, die sich langsam schloss. So schnell sie konnte, stand sie auf und sah auf den Gang hinaus. Zu sehen war niemand, aber es hallten ein paar Schritte, die immer leiser wurden.
„Hallo?“ Keine Reaktion. Die Schritte waren verschwunden. „Mist.“ Aber sie würde schon noch herausfinden, wer da mit ihr gesungen hatte.

Sammy hasste es unterfordert zu sein. Besonders dann, wenn es im Raum so warm war, dass sein Körper glaubte, in einer kuschligen Decke eingewickelt war und ihm die Augen immer wieder zufielen. In Berlin war ihm das nie passiert. Seine Gedanken hatten in diesen Situationen nur darum gekreist, wie er taktisch am klügsten die Schule verlassen konnte. An Schlaf war da nicht zu denken. Das fiel hier weg. Und er wünschte sich sein altes Leben auf keinen Fall zurück. Er war erst seit einer Woche auf dem Internat und fühlte jeden Tag, wie er sich mehr und mehr entspannte.
Mit Manuel hatte er sofort Anschluss gefunden. Sie waren mit ihren Interessen auf einer Wellenlänge und er freute sich darauf mit ihm gemeinsam Gitarre zu spielen. Manuel schien deutlich mehr Erfahrung zu haben und vielleicht konnte er von ihm auch noch etwas lernen.
„Samuel!“
Er schreckte aus seinen Gedanken hoch. Der Mathelehrer Aumann sah ihn mit durchbohrenden Blick an.
„Ja?“
„Starr keine Löcher in die Luft und arbeite weiter.“
Sammy sah kurz auf sein Blatt. „Ich bin fertig“, sagte er leise und hätte sich dafür am Liebsten eine Ohrfeige verpasst. Er saß gerade einmal 20 Minuten an der Aufgabe, die für die gesamte Stunde geplant gewesen war. Alle neuen Schüler sollten an diesem Nachmittag in den Hauptfächern eine Lernstanderhebung machen, damit die Lehrer einschätzen konnten, wer eventuell Förderbedarf hatte.
„Jetzt schon?“, skeptisch zog der Mann mit dem grauen Bürstenschnitt die Augenbraue hoch. „Hast du auch die Rückseiten bearbeitet?“
Wer bis jetzt noch geschrieben hatte, hob den Kopf und schon stand Sammy wieder in dem Licht, das er so gerne ausgelassen hätte.
„Ja.“ Seine Stimme verließ ihn.
„Dann bring mir das mal nach vorne.“
In einer mechanischen Bewegung schob Sammy den Stuhl zurück und lief zwischen den Reihen hindurch. Er spürte die Blicke der anderen Schüler auf ihm Ruhen, es war genauso unangenehm wie früher.
Herr Aumann nahm den Test an sich und Sammy kehrte zurück auf seinen Platz. „Und ihr anderen arbeitet weiter, die Zeit läuft.“
Der Lehrer ging die Aufgaben durch und nach ein paar Minuten kam er zu ihm. „Es stimmt also, was man über dich erzählt.“ Aumann warf legte ihm die Blätter vor die Nase.
Sammy sah auf. Der Blick des Lehrers durchdrang ihn förmlich und ließ ihn frösteln.
„Du bist ein kleiner Wunderknabe.“
„Nein.“
Wieder hörten alle auf zu schreiben.
„Na ja, wie du meinst.“ Der Lehrer drehte ihm den Rücken zu und kehrte zu seinem Tisch zurück.
Manuel warf ihm einen fragenden Blick zu. Sammy wich ihm nur aus.
Bitte lass es nicht wieder anfangen.

Der zitierte Songtext gehört zu: Something Just Like This – The Chainsmokers & Coldplay