CampNaNoWriMo April 2019 – Tag 25

Hallo zusammen,

ich weiß, dass ich mich wiederhole, aber ich bin froh, wenn ich das Ganze bald in der Rohfrom abschließe. Die Story reift in meinem Kopf und habe so vieles, was ich gerne ändern würde. Aber ich darf das jetzt nicht. Ich mache das nicht. Und es ist auch der Grund, warum ich sonst lieber per Hand vorschreibe, so kann ich beim Übertragen gleich Überarbeiten. Aber könnt ihr auch sehen, wie eine Rohfassung aussieht und normalerweise hacken wir Schreiber uns lieber die Hand ab, als sie rauszugeben.

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Nennt mich Miyamoto Kapitel 5

Nathaniel hängte sich den Rucksack über die Schulter und schüttelte die Blicke der anderen Schüler ab. Seit den Sommerferien hatte er die starre Aktentasche endgültig gegen die bequemere Variante des Bücher tragens getauscht.
Er ging zu seinem Spind und tauschte ein paar Bücher aus. Als er die Tür schloss und zur Seite blickte, zuckte er ungewollt zusammen. Das Mädchen aus dem Bus öffnete gerade ihre Tür.
„So schnell sieht man sich wieder“, sagte Nathaniel und hatte erwartet, dass sie ihn zumindest ansah.
In aller Ruhe nahm sie Bücher aus ihrer bunten Umhängetasche, legte sie in den Spind und zog andere heraus. Dann schloss sie die Tür ab und drehte sich zu Nathaniel. Der Sturm in ihren Augen hatte sich gelegt, dafür hielt sie die Lider halb geschlossen, als sie an ihm vorbei ging.
„Da wir auf die gleiche Schule gehen, wird sich das nicht vermeiden lassen. Leider.“
Wow. Ehrlicher geht es nicht.
„Sag mal, willst du dir das von so einer gefallen lassen?“ Aiden, der seinen Spind neben Nathaniels hatte, sah dem Mädchen mit leicht kraus gezogener Stirn nach.
„Von so einer?“
Das Mädchen verschwand zwischen den anderen Schülern. Nathaniel zog die Augenbraue hoch. Ihre Bewegungen waren fließend, geschickt, wie eine Katze wich sie den Entgegenkommenden aus.
„Das gerade du das nicht weißt.“
Nathaniel sah zu Aiden. „Was meinst du damit?“
„Sie ist aus einem Projekt der Regierung. Seit diesem Jahr ist es möglich, dass sich besonders gute Schüler aus den öffentlichen Schulen für Stipendien auf einer der beiden Privatschulen bewerben können.“ Aiden rollte mit den Augen.
„Dann hat da ja tatsächlich mal einer nachgedacht und Perspektiven geschaffen. Sehr gut.“
Aiden schnaubte. „Perspektiven?“
„Ja, die Perspektivlosigkeit ist das größte Problem! Und wenn es nur ein paar schaffen, hier zu bestehen, und sie zurückkehren und zeigen, dass …“
„Träum weiter.“ Aiden drehte ihm den Rücken zu und sah über die Schulter. „Selbst wenn einer von ihnen es schafft, hier zu bestehen, glaubst du, er würde wirklich zurückgehen?“
Nathaniel öffnete den Mund, wollte widersprechen und wurde von einer bitteren Erkenntnis getroffen. Er senkte den Kopf, ein paar Strähnen fielen ihm vor die Augen und er ballte die Fäuste.
Wahrscheinlich hat er damit sogar recht.
Seine Gedanken wanderten zu dem Mädchen und hoffte, dass ihr Feuer in dieser Welt nicht erlosch. Nur wusste er zu gut, wie man hier auf Leute reagierte, die ihren eigenen Kopf hatten.

„Sie sind schon fertig, Mr. Alister?“ Der Professor sah Nathaniel skeptisch an, als er eine Viertelstunde vor Schluss seine Klausur auf den Tisch legte.
„Ja.“
„Hm.“ Er schob sich die Brille weiter auf die Nase. „Gut, dann gehen Sie jetzt auf den Hof, sodass ich Sie sehen kann.“
„Ja.“ Nathaniel nahm seinen Rucksack und ging zur Tür.
„Ach und noch etwas, Mr. Alister.“ Der Unterton ließ den jungen Mann einen kühlen Blick über die Schulter werfen. „Sie erscheinen pünktlich zu Beginn der nächsten Stunde im Klassenraum.“
Nathaniel setzte das einstudierte Lächeln auf und unterdrückte ein innerliches Würgen. „Aber natürlich.“ Dann zog er die Tür hinter sich zu und schüttelte den Kopf.
Als ob ich jemals den Unterricht geschwänzt hätte. Mein Ruf verschlechtert sich auch ohne, dass ich etwas mache.
Als er den Hof betrat, hellte sich seine Laune sofort wieder auf. Das Mädchen saß mit ihrem Buch auf der kleinen Anhöhe hinter dem Schulgebäude im Gras.
Aller guten Dinge sind drei. Vielleicht verrät sie mir wenigstens ihren Namen.
Nathaniel schlenderte zu ihr und ließ seinen Rucksack wenige Schritte von ihr entfernt ins Gras fallen. „Ich habe gehört, dass du aus dem Projekt bist.“
„Ja.“ Sie sah nicht von ihrem Buch auf und ihre Augen wanderten weiter die Zeilen entlang.
„Du bist mutig, dich hier her zu trauen.“
„Warum?“ Sie warf ihm einen Seitenblick zu.
Nathaniel legte seinen Kopf in den Nacken und sah zu der Baumkrone hoch, durch dessen Blätter die Sonne schimmerte. „Individualisten sind hier nicht gerne gesehen.“
Sie zuckte mit den Schultern und klappte ihr Buch zu. „Sagt der Individualist.“
Ruckartig drehte er seinen Kopf zu ihr.
„Nathaniel Alister, 18 Jahre, der Rebell der Schule, wenn er sich in Politik oder Wirtschaft meldet, sind die Professoren schon genervt.“
„Du weißt eine ganze Menge über mich.“
Sie steckte das Buch in die Tasche. „Das war nichts, wofür ich mich in irgendeiner Weise hätte anstrengen müssen, um es zu erfahren.“
„Ach?“
Das Mädchen stand auf und hängte sich die Tasche über die Schulter. „Es wäre schwer gewesen, es nicht zu erfahren.“
„Wenn du schon so viel von mir weißt, würdest du mir zumindest deinen Namen verraten?“
Der Anflug eines Lächelns zog über ihre Lippen und der laue Wind ging durch ihren kinnlagen Bob „Jill Brown.“
Nathaniel sah ihr noch nach, bis sie in das Gebäude ging, bevor auch er sich, angetrieben durch den Gong, auf den Weg zum nächsten Unterricht machte.